The Aurora Expedition

1911 – 1914

Douglas Mawson war ein Wissenschaftler, interessiert an wissenschaftlichen Entdeckungen und Forschung. Er war nie daran interessiert, am Rennen zum Pol teilzunehmen und hatte schon einen Platz an Bord von Kapitän Scotts Terra Nova -Expedition abgelehnt. Mawson war Teil des ersten Teams, das auf Ernest Shackletons Expedition mit der Nimrod Seine ozeanische Antarktis-Expedition auf der Aurora sollte die bisher größte Erforschung des antarktischen Kontinents werden.

Die Aurora brachte 31 Männer in die Antarktis. Fünf blieben auf der Macquarieinsel zurück, um ein Kommunikationslager aufzubauen. Dadurch wurde die Gruppe zum ersten Forschungsteam der Antarktis mit Radio-Kontakt zum Rest der Welt.

Nachdem die übrigen Männer die Macquarieinsel verlassen hatten, konnte ihr Schiff nicht wie vorgesehen anlegen und sie waren gezwungen, entlang der Küste weiter nach Westen zu reisen. Schließlich legten sie in einer kleinen Bucht an, die sie Commonwealth Bay. nannten. Diese Bucht ist heute bekannt für die gefährlichsten und stetigsten Winde aller Orte auf Meereshöhe. Die wissenschaftlichen Bemühungen des Teams wurden dadurch eingeschränkt, dass fast immer Winde mit fast 100 Stundenkilometern wehten. Die Männer verbrachten den Winter in der Antarktis und unternahmen die größere Expedition im folgenden Jahr.

Portrait von Douglas Mawson in 1911

Portrait von Douglas Mawson in 1911

Die Commonwealth-Bucht

Die Commonwealth-Bucht wurde als der "windigste Küstenort der Erde" bezeichnet

Als der Sommer kam, begann Mawson seine Versuche, neues Land zu entdecken und den unbekannten Kontinent zu kartografieren. Er startete mit einer kleinen Gruppe und dem Ziel, weiter nach Osten zu gehen. Die Gruppe bestand nur aus Xavier Mertz, Belgrave Ninnis und Mawson selbst.

Die drei Männer machten sich am 10. November in Richtung des Ross-Schelfeises auf den Weg. Ihr Ziel war, die Gegend zu erreichen, die Kapitän Scott's Expedition im Jahr zuvor erforscht hatte. Sofort stießen sie immer wieder auf Schluchten und tiefe Risse, die sich im Eis öffneten und vom frischen Schnee verborgen waren. Mertz, ein erfahrener Skifahrer, führte die Gruppe an. Mawson wählte die mittlere Position mit dem ersten Schlitten und der unwichtigeren Ausrüstung sowie den schwächsten Hunden. Sollte einer der Schlitten in eine der Schluchten stürzen, wäre seiner voran gewesen, glaubte er. Die notwendigen Vorräte und Ausrüstungsgegenstände lagen dagegen auf dem zweiten Schlitten, weil die Männer diesen für die sicherste Position hielten.

Nach fünf Wochen Reise durch die Antarktis signalisierte Mertz, der die Gruppe auf Skiern anführte, dass eine kleine Schlucht voraus lag. Mawson signalisierte dies zu Ninnis, aber als er zurückblickte, konnte er weder den dritten Schlitten noch den dritten Mann sehen. Sie verfolgten ihren Weg zurück und fanden eine 3,5 Meter breite Schlucht, die sich unter Ninnis und den sechs besten Hunden geöffnet hatte. Verzweifelt riefen sie drei Stunden lang in die Schlucht hinab und hörten auf irgendein Zeichen, dass ihr Freund noch lebte.

Oben: Die westliche Forschergruppe

Sie hatten kein Seil, das bis in die 50 Meter tiefe Schlucht reichen würde. Auch als sie jede Strippe, die sie finden konnten, zusammengebunden hatten, konnten sie weder den Schlitten noch Ninnis sehen. Sie hatten keine Möglichkeit, die Schlucht hinunter zu steigen. Auf dem verlorenen Schlitten waren ihr Zelt, alle Nahrung für die Hunde und der Großteil ihrer eigenen Rationen. Die beiden verbleibenden Männer hatten nur noch Nahrungsmittel für zehn Tage.

Sie waren eine fünf-Wochen-Reise von ihrem Basislager entfernt und hatten keine andere Wahl, als umzukehren. Sie versuchten einen Weg der weiter südlich führte, weil sie hofften, so das schwierige Gelände der Hinreise vermeiden zu können. Auf dem Weg waren sie gezwungen, die Hunde einen nach dem anderen zu erschießen, um sich selbst und die verbleibenden Hunde zu ernähren. Sie aßen die vermeintlich besten Teile der Hunde selbst, unter anderem ihre Leber. Sie wussten nicht, dass diese Leber, die sehr viel Vitamin A enthielt, sie krank machte. Bald waren keine Hunde mehr übrig und sie litten an der giftigen Wirkung von zu viel Vitamin A. Ihre Haare fielen aus und ihre Haut fiel ab. Beide Männer litten an Magenschmerzen und Durchfall.

Trotz dieser Probleme gingen sie weiter, hungrig, krank und zogen die Schlitten selbst. Irgendwie kamen sie bis auf 160 km ans Basislager heran, aber Mertz, der unter den harten Bedingungen und der Vitamin-A-Vergiftung litt, war physisch nicht mehr in der Lage, seinen Schlitten zu ziehen. Mawson vermutete, dass er es alleine schaffen könnte, aber weigerte sich, Mertz allein zu lassen. Schwach schlug Mertz einen Tag Pause vor, sicher, er könnte sich am nächsten Tag wieder bewegen. Am 8. Januar wurde Mertz hysterisch und starb noch in derselben Nacht.

Oben: Die östliche Forschergruppe, 1912

 
"Ich könnte mich allein mit den Möglichkeiten vor Ort retten, aber ich kann ihn nicht hier lassen. Sein Herz scheint verschwunden zu sein. Es ist sehr schwer für mich. Nur 160 km von der Hütte entfernt in dieser Situation zu sein ist schrecklich."

Douglas Mawson

Mawson war immer noch 160 km von der sicheren Position entfernt. Er schaffte es, ein kleines Grab für seinen Freund zu bauen. Um seinen Schlitten leichter zu machen, zerteilte er ihn in zwei Hälften und sammelte seine verbleibenden Vorräte auf. Er arbeitete gegen den Stichtag des 15. Januar, wenn seine Schlittengruppe den Weg zurück zum Basislager einschlagen würde. Sein Schiff, die Aurora, verließ die Antarktis am 17. Januar und würde für mindestens 8 Monate nicht zurückkehren. Im Angesicht eines Sturms und seiner sich weiter verschlechternden Gesundheit gab Douglas seine Hoffnung auf, zurück in Sicherheit zu kommen. Stattdessen beschloss er, einen Ort zu finden, an dem er sein und Mertz' Tagebuch hinterlassen könnte, und an dem sie vielleicht gefunden würden. Dann, wenn sonst nichts, wüsste die Welt wenigstens, was mit den drei Antarktis-Forschern geschehen war.

 
"Ich habe keine Hoffnungen mehr, zurück zu kommen."

Douglas Mawson

Am 17. Januar fiel Douglas Mawson in eine Schlucht. Er war mit einem 4 Meter langen Seil an seinen Schlitten gebunden und war sich sicher, dass er sterben würde. Wie durch ein Wunder war der Spalt ein wenig schmaler als sein Schlitten, der sich darüber verkeilte und sein Gewicht hielt. Mawson hing jetzt in der Schlucht, schwach und unterernährt. Er fürchtete, dass er keine Kraft haben würde, sich herauszuziehen. Unter immenser Anstrengung schaffte er es doch, sich am Gespann des Schlittens auf die Kante der Schlucht zu ziehen. Als er die Kante erreicht hatte und sich gerade hinausziehen wollte, brach sie ein und er fiel zurück. Er schrieb in sein Tagebuch, dass er darüber nachdachte, einfach das Geschirr zu öffnen und in den Tod zu fallen.

Mawsons halber Schlitten

Mawsons halber Schlitten

Dies war nur die erste von vielen Schluchten, in die Mawson auf seinem Rückweg fiel. Allein und verhungernd, mit schwindender Gesundheit, schaffte er es zurück ins Basislager. Aber sein Schiff, die Aurora, war wenige Stunden zuvor ausgelaufen. Eine Gruppe von sechs Männern war jedoch zurückgeblieben. Sie waren gewillt, den Winter in der Antarktis zu verbringen, weil sie hofften, dass Mawson zurückkehren würde.

Der einzige Kontakt zur Außenwelt bestand in dem neu aufgebauten Radio. Nur einer der Männer wusste allerdings, wie man dieses Radio bediente. In den ersten Wochen erreichten sie über das Radio regelmäßig Nachrichten aus der Heimat - unter anderem die Ergebnisse des australischen Crickets. Aber der harte antarktische Winter war zu viel für Jeffreys, den Radioexperten. Seine geistige Gesundheit nahm schnell ab. Er wurde gewalttätig, und war überzeugt, die anderen Männer wollten ihn umbringen. Mawson behandelte den Mann erfolgreich für ein Jahr und er wurde bei ihrer Rückkehr in psychiatrische Fürsorge übergeben. Die Aurora kehrte im Dezember 1913 zurück und die Expedition kehrte im Februar nach Australien heim.

 
"Shackleton hat Wissenschaft zur Erkundung hinzugefügt. Mawson hat Erkundung der Wissenschaft hinzugefügt."

Frank Hurley, Fotograf der Aurora-Expedition

Oben: Das Basislager