The Nimrod Expedition

1907-1909

Nachdem er mit Scott die National Antarctic Expedition auf der Discovery unternommen hatte, startete Ernest Shackleton seinen eigenen Versuch, den Südpol zu erreichen. Die Expedition verließ Großbritannien 1907 auf der Nimrod. Begleitet wurde er von Douglas Mawson, welcher der erste Mann werden sollte, der den magnetischen Südpol erreichte.

Sie verließen die Nimrod am 3. Februar 1908 und schlugen eine Basisstation am Kap Royds auf. Die Gruppe begann, wissenschaftliche Studien und Beobachtungen durchzuführen. Sechs der Männer wurden die ersten, die den Mount Erebus bestiegen. Sie verbrachten den gesamten Winter in der Antarktis. Zu Beginn des Frühlings begann Shackleton mit den Vorbereitungen für seine Reise zum Südpol.

Bei der Nimrod Expedition wurde zum ersten Mal eine ganz neue Erfindung, das motorisierte Auto, auf den antarktischen Kontinent mitgenommen. Ironischerweise versagte das Auto immer wieder wegen Überhitzung des Motors und war damit kein geeignetes Transportmittel zum Pol.

Der Beardmore-Gletscher

Der Beardmore-Gletscher, entdeckt von Shackletons Süd-Forscherteam am 3. Dezember 1908

Kap Royds

In der Hütte am Kap Royds, Winter 1908. Im Bild zu sehen sind Shackleton (links Hintergund), Adams (raucht eine gebogene Pfeife), Wild (arbeitet am Schlitten) und Joyce (weit rechts, Vordergrund). Ein Poster mit Werbung für Damen-Korsetts hängt an der Wand

Am 19. Oktober 1908 brach Shackleton zu seinem zweiten Versuch, den Südpol zu erreichen, auf. Er wurde von Eric Marshall, Jameson Adams und Frank Wild begleitet. Er hatte aus seinen Erfahrungen während der Expedition mit der Discovery, gelernt und hatte einige Aspekte seiner Vorbereitungen angepasst und verbessert. Er setzte Ponys ein, die allerdings nicht an die tiefen Temperaturen angepasst waren und nicht gut auf dem Eis zurechtkamen.

Nach 29 Tagen hatte Shackeltons Gruppe 82° südlicher Breite passiert, den südlichsten Punkt, den Scott und Shackelton 1902 erreicht hatten. Sie hatten die Distanz in der Hälfte der Zeit zurückgelegt, die die erste Expedition benötigt hatte.

Sie entdeckten den Beardmore Gletscher – benannt nach dem Schirmherren ihrer Expedition. Shackleton beschrieb ihn voller Hoffnung als “offene Straße in den Süden”. Den Gletscher entlang zu reisen stellte sich allerdings als schwierig heraus. Die Gruppe verlor ihr verbleibendes Pony in einer Gletscherspalte. Durch pures Glück riss das Geschirr des Ponys und Frank Wild wurde nicht mit ihm heruntergezogen.

Sie setzten ihren Weg nach Süden durch Neuland fort, aber die Beziehung zwischen den Männern wurde schlechter. Die schwierigen Bedingungen bedeuteten, dass die Nahrungsrationen gekürzt werden mussten, aber Zigarren und Créme de Menthe waren für eine kleine Weihnachtsfeier zurückgehalten worden.

Shackleton wurde klar, dass sie es wegen der knappen Lebensmittel nicht bis an den Südpol schaffen würden. Die Expedition setzte mit wenigen Vorräten und in allgemein schlechtem Gesundheitszustand ihren Weg nach Süden fort. Sie erreichten 88° südlicher Breite am 9. Januar 1909, und hissten 158 Kilometer (97,5 Meilen) vom Südpol entfernt die britische Flagge.

Oben: Jameson Adams, Frank Wild und Eric Marshall (von links nach rechts) setzen die Union Jack Flagge an ihrer südlichsten Position, 88° 23', am 9. Januar 1909. Das Foto wurde vom Anführer der Expedition Ernest Shackleton gemacht.

Die Gruppe war bereits für 37 Tage nach Süden gereist und ihre begrenzten Vorräte machten die Rückkehr zu einer großen Herausforderung. Die Nimrod sollte die Antarktis am 1. März 1909 wieder verlassen. Wenn sie das Schiff nicht rechtzeitig erreichen würden, wären sie gestrandet und für tot gehalten worden.

Am 19. Januar erreichten sie den Beardmore Gletscher. Auf dem Hinweg hatte dieser Aufstieg 12 Tage gedauert, aber sie hatten nur noch Lebensmittel für fünf Tage bei halber Ration und mussten den Abstieg so schnell wie möglich hinter sich bringen. Das nächste Lager mit Lebensmitteln, die sie auf der Hinreise zurückgelassen hatten, lag am Fuß des Gletschers.

Wild, Shackleton, Marshall und Adams an Bord der Nimrod

Wild, Shackleton, Marshall und Adams an Bord der Nimrod nach ihrer südlichen Reise

Das Schiff der Nimrod Expedition

Das Schiff der Expedition, Nimrod, legt vom Südpol ab

 
“Je schlechter er sich fühlte, desto härter zog er an.”

- Jameson Adams, über Ernest Shackleton

Die Gruppe erreichte den Fuß des Gletschers am 28. Januar und konnte am 18. Februar vertraute Orientierungspunkte in der Landschaft erkennen. Die Deadline des ersten März nahte schnell heran, doch ein Sturm zwang sie, für 24 Stunden in einem Lager auszuharren und verzögerte ihr Fortkommen weiter. 33 Seemeilen, also 61 Kilometer vom vereinbarten Treffpunkt entfernt, brach Eric Marshall am 27. Februar zusammen. Shackleton erkannte den Ernst der Situation und entschied, Adams mit Marshall zurück zu lassen, während Frank Wild und er versuchten, die Nimrod  vor ihrer Abreise zu erreichen und so Hilfe zu holen.

Am 28. Februar erreichten sie endlich das Basislager und setzten die Hütte in Brand, um die Aufmerksamkeit der Besatzung des Schiffs zu erregen. Es dauerte weitere drei Tage, bevor Marshall und Adams gerettet werden konnten. Am 4. März befand sich Shackletons gesamte Gruppe sicher an Bord der Nimrod,  und war auf dem Weg nach Hause.

Oben: Auf dem Rückweg. Die Gruppe erreicht ein Depot am Ross-Schelfeis