The Discovery Expedition

1901 – 1904

Robert Falcon Scott, der 1868 in Devonport/England geboren wurde, entstammte einer Seefahrerfamilie und unternahm seine erste Seereise im Alter von 13 Jahren. 1900 meldete er sich freiwillig und wurde ausgewählt, eine Expedition in die Antarktis zu leiten, welche von der Royal Geographic Society (der königlichen geographischen Gesellschaft) und der Royal Navy (der königlichen Marine) finanziert wurde. Diese Expedition wurde „Die nationale Antarktis-Expedition“ genannt und startete 1901 auf der extra dafür bestellten RRS Discovery.

“Ich gebe gerne zu, dass ich keinerlei besondere Vorliebe für Polarerkundung hatte.”

Robert Falcon Scott, The Voyage of the Discovery (Die Expedition der Discovery)

Die Discovery stach am 31. Juli 1901 von Dundee/Schottland mit Kurs auf die Antarktis in See. Das hölzerne Segelschiff war 52 Meter lang und 10 Meter breit und wog unbeladen 458 Tonnen. Ernest Shackleton, der sich wenig später einen Namen durch eine eigene Expedition machte, war Teil dieser Reise.

Die RRS Discovery

Die RRS Discovery

Robert Falcon Scott

Robert Falcon Scott "Scotts letzte Fahrt"

Während der Hauptzweck der Expedition wissenschaftlicher Art war, gab es auch einen Versuch, mit Schlitten so weit wie möglich in den Kontinent vorzudringen. Eine Gruppe aus Scott, Edward Wilson und Ernest Shackleton machte sich am 2. November 1902 auf den Weg nach Süden. Die Männer nutzten Hunde, um die Schlitten mit ihren Vorräten ziehen zu lassen, aber sie waren im Umgang mit diesen Tieren unerfahren und hatten wenig Erfolg. Die Nahrung für die Hunde verdarb auf der Reise und die unterernährten Hunde wurden zu schwach, um die Schlitten zu ziehen. Statt die Tiere selbst als Fleisch und Nahrung zu nutzen, ließ man sie hinter den Schlitten herlaufen.

Die Männer waren 93 Tage lang nach Süden gereist und erreichten 82° 17' südlicher Breite; 480 km weiter als irgendjemand vor ihnen. Am 31. Dezember 1902 entschied die Gruppe umzukehren. Wilson litt an Schneeblindheit und zog seinen Schlitten mit verbundenen Augen, um die Schmerzen durch das Licht zu verringern. Shackleton litt an Skorbut und alle Männer waren unterernährt. Sie schafften es schließlich zurück zur Besatzung der Discovery und ihrem Basislager.

Oben: Oben: Ernest Shackleton, Scott und Edward Wilson vor ihrem Marsch zum Südpol während der Discovery Expedition, 2. November 1902

“Wir sind so verbraucht, wie drei Personen es sein können.”

Robert Falcon Scott

Die Expedition wurde fortgesetzt. Man führte Studien durch und unternahm wissenschaftliche Erkundungen. Ein Schiff, die Morning aus Neuseeland, kam, um Vorräte zu liefern und Besatzungsmitglieder auszutauschen. Die Morning lief 1903 wieder aus, bevor ein weiterer arktischer Winter begann, und hatte den kranken Shackleton an Bord.

Im Jahr darauf, 1904, kehrte die Morning gemeinsam mit einem anderen Schiff, der Terra Nova,, zurück, um die Gruppe nach Hause zu bringen. Die Discovery, war im Eis eingeschlossen und 28 km vom nächsten Zugang zu offenen Gewässern entfernt. Die beiden Hilfsschiffe waren gezwungen, ihren Weg durch das Eis zu brechen, um mit Hilfe von Sprengstoffen das dritte Schiff zu erreichen. Die gesamte Crew kehrte zusammen mit der Discovery, sicher zurück, welche bis heute in Dundee ausgestellt ist.

Nach seiner Rückkehr wurde Scott als Nationalheld betrachtet und vielfach geehrt.

Diese erste Reise in den Süden formte Scotts Vorstellungen von arktischen Reisen, insbesondere seine Sicht auf Schlittenhunde. Diese Vorstellungen beeinflussten später seine schicksalhafte Terra Nova Expedition und seine Suche nach dem Südpol.