Der Galapagos-Sturmvogel

Schutz der vom Aussterben bedrohten Sturmvögel auf den Galapagos-Inseln

Die Fundación de Conservación Jocotoco kämpft mithilfe der Hurtigruten-Stiftung gegen die Bedrohung durch invasive Arten, die die einzigartige Artenvielfalt des Galápagos-Archipels gefährden.

Der Galapagos-Archipel ist bekannt für seine fantastische und artenreiche Tierwelt. Doch diese wunderbare Biodiversität wird durch aggressive invasive Arten bedroht, die das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Wild wachsende Brombeeren und nicht einheimische Raubtierarten haben den einzigartigen Galapagos-Sturmvogel so stark dezimiert, dass dieser elegante Seevogel nun vom Aussterben bedroht ist.

Der Galapagos-Sturmvogel ist auf den Galapagos-Inseln endemisch. Er verbringt die meiste Zeit auf See und kehrt nur zum Nisten in die geschützten Gefilde des Archipels zurück, wofür er sich in unterirdische Höhlen zurückzieht. Doch die Sicherheit, die er dort seit unzähligen Generationen fand, schwindet zusehends.

Invasive Arten, die das ökologische Gleichgewicht beeinflussen

Seit der Ankunft fremder Raubtiere – Ratten und Wildkatzen – werden die Nester des Galapagos-Sturmvogels in einem solch großen Ausmaß geplündert, dass 72 % der Tiere keine Jungen mehr großziehen. Gleichzeitig versperren nicht heimische Pflanzenarten wie Brombeeren die Zugänge zu den Bauten der Sturmvögel und bilden ein undurchdringliches Dickicht, das die Vögel daran hindert, in die Bodenhöhlen zu gelangen, um dort in Ruhe ihre Eier auszubrüten.

Angesichts dieser doppelten Bedrohung ist die Anzahl der Galapagos-Sturmvögel in den letzten 60 Jahren rapide zurückgegangen. Mit nur noch 6.000 bis 15.000 Exemplaren wird dieser einzigartige Vogel nun auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als vom Aussterben bedrohte Art eingestuft.

Die Arbeit der Fundación de Conservación Jocotoco

Um die lebenswichtigen Nistplätze des Galapagos-Sturmvogels zu schützen und zu überwachen, richtete die Fundación Jocotoco 2018 ein 101 Hektar großes Reservat im Hochland der Insel San Cristóbal ein. Hier sorgen Naturschützer aktiv für den Erhalt mehrerer Nistkolonien. Neben der Überwachung der Vogelzahlen in 198 Nisthöhlen setzen sich die engagierten Mitarbeiter der Fundación Jocotoco dafür ein, die invasiven Arten auszurotten.

Um die Anzahl der Raubtiere zu reduzieren, verwenden die Naturschützer Rattengift, das sie sorgfältig in angemessener Entfernung von Wasserquellen platzieren. Sie fangen auch auf humane Art wilde Katzen, die dann der Agentur für die Regulierung und Kontrolle der biologischen Sicherheit und Quarantäne auf den Galapagos-Inseln übergeben werden. Inzwischen unternehmen die Naturschützer auch regelmäßig große Anstrengungen, um die Verbreitung invasiver Brombeeren und Himbeeren in den einzelnen Sturmvogelkolonien des Reservats unter Kontrolle zu halten. Dies geschieht, indem sie die Pflanzen zurückschneiden, um sicherzustellen, dass die Vögel den Zugang zu ihren Höhlen finden, auf die sie so dringend angewiesen sind.

Zur Unterstützung dieser lebenswichtigen Schutzmaßnahmen hat die Hurtigruten Foundation 84.168 NOK (ca. 9.500 $) bereitgestellt, um die Gehälter der Menschen zu finanzieren, die diese Arbeit verrichten. Zudem sind Teile dieses Betrags auch für den Transport zu den einzelnen Orten auf der Insel sowie für die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände zur Bekämpfung der nicht einheimischen Pflanzen und Tiere vorgesehen.

Lebensräume einheimischer Arten wieder herstellen

Neben den Anstrengungen zur Ausrottung invasiver Arten ist die Fundación Jocotoco auch bemüht, den Bewuchs von Gebieten mit dem endemischen Strauch Miconia wiederherzustellen. Diese einheimische Pflanze hilft dabei, die bevorzugten Lebensräume des Galapagos-Sturmvogels zu erhalten und gleichzeitig die invasiven Pflanzen an einer übermäßigen Ausbreitung zu hindern. Auf diese Weise ermöglicht die Unterstützung der Hurtigruten Foundation der endemischen Fauna, sich zu erholen, und das Aussterben bestimmter Arten zu verhindern. Gleichzeitig wird ein gesundes Gleichgewicht des gesamten Ökosystems der Insel San Cristóbal wiederhergestellt, damit auch in Zukunft Seevögel und Menschen weiter auf der Insel leben können.

Wo kann ich mehr erfahren?

Auf der Website von Hurtigruten Expeditions können Sie noch viel mehr über die einzigartigen und faszinierenden Galapagos-Inseln erfahren. Hurtigruten Expeditions bietet eine Reihe von Expeditions-Seereisen zu den Galapagos-Inseln mit fantastischen Erkundungs- und Abenteuermöglichkeiten und einem Expeditionsteam an Bord, das gern sein Fachwissen mit Ihnen teilt.

Über die Fundación de Conservación Jocotoco

Die 1998 gegründete Fundación de Conservación Jocotoco ist eine ecuadorianische gemeinnützige Organisation, die einige der am stärksten gefährdeten Arten der Welt schützt, indem sie sich für den Erhalt deren verbleibender natürlicher Lebensräume in Ecuador einsetzt. Das Netzwerk aus insgesamt 16 Naturreservaten, das die Organisation aufgebaut hat, umfasst zusammen 30.000 Hektar.