Ein Orca an der Wasseroberfläche

Hoffnung für gefährdete Orcas

Die Hurtigruten Foundation hat sich mit Wohltätigkeitsorganisationen, Regierungen und indigenen Völkern zusammengetan, um diesen wunderschönen Tieren zu helfen.

Im Jahr 2018 brachte ein Orca-Weibchen namens Tahlequah ein Kalb zur Welt. Traurigerweise verstarb das Neugeborene aufgrund von Komplikationen 30 Minuten später. Doch was dann geschah, überraschte alle.

Tahlequah machte weltweit Schlagzeilen, als sie ihr totes Kalb 17 Tage lang bei sich behielt, als würde sie trauern. In Begleitung ihrer Walschule legte sie eine Strecke von fast 1.600 Kilometern in der Salischen See vor der Küste von British Columbia und Washington State zurück. Naturschützer, Wissenschaftler und lokale Gemeinden trauerten mit, denn die bedrohte Southern Resident Killerwal-Population, zu der Tahlequah gehört, zählt nur noch 73 Exemplare.

Angesichts dieser geringen Zahl ist jede Geburt und jeder Tod ein wichtiges Ereignis. Deshalb war es eine sensationelle Nachricht, dass Tahlequah nur zwei Jahre später ein gesundes Jungtier zur Welt brachte, das auf den Namen Phoenix getauft wurde.

Wir helfen, die Orcas zu schützen

2019 vergab die Hurtigruten Foundation Fördergelder an die Oceans Initiative, die mit einer Mischung aus Forschung und Feldarbeit dazu beiträgt, den Bestand der Southern Resident Orcas zu erhöhen.

Das Programm hat seinen Sitz in Seattle und zielt darauf ab, in den von den Orcas besiedelten Gebieten sowohl das Nahrungsangebot zu verbessern als auch den Lärm zu reduzieren. Oceans Initiative hat Daten über die Auswirkungen von Lärm in den Nahrungsgebieten der Orcas zusammengetragen und verfolgt von San Juan Island in der Salischen See die Aktivitäten der Tiere in den Sommermonaten.

Die Arbeit der Initiative hat dazu beigetragen, Empfehlungen zur Verringerung von Bootgeschwindigkeiten zu entwickeln und neue Vorschriften über mehr Abstand zu den Southern Resident Orcas einzuführen, was zu neuen Regulierungen bei der Walbeobachtung und Lizenzierung von Booten geführt hat. Ziel des Programms ist es, die Population der Southern Resident Killerwale im Verlauf der nächsten 28 Jahre jährlich um 2,3 Prozent zu erhöhen.

„In den 1960er- und 70er-Jahren wurden die Orcas gefangen und an Aquarien in der ganzen Welt verkauft“, erklärt Karen Sinclair, Leiterin der Entwicklungsabteilung bei Oceans Initiative, die maßgeblich in dem Programm engagiert ist.

„Jetzt haben die Tiere drei große Probleme: nicht genügend Fisch, zu viel Lärm – Lärm macht es für die Orcas schwieriger, Fische zu finden – und Chemikalien im Meerwasser, die sich in ihrem Speck anreichern.“

„Momentan arbeiten die Regierungen von Kanada und den USA, lokale Verwaltungen sowie gemeinnützige Organisationen und Ureinwohner zusammen, um diese Population zu retten.“

Sie gehören zur Familie der Delfine

Aufgrund ihrer Größe – sie werden bis zu acht Meter lang und über sechs Tonnen schwer – entsprechen die Tiere der gängigen Vorstellung von einem Wal, tatsächlich gehören sie aber zur Familie der Delfine.

Ihre Größe, ihre einzigartige schwarz-weiße Zeichnung und ihr lebhaftes Wesen machen Orcas bei Menschen in aller Welt so beliebt. Und es ist diese Begeisterung, die die kollektiven Bemühungen um ihren Schutz nicht verwunderlich macht.

„Menschen sind von Orcas fasziniert – das ist einfach so“, sagt Karen. „Es ist großartig, dass all diese verschiedenen Organisationen zusammenkommen und diese Verbundenheit mit ihnen zeigen. Es gibt indigene Völker, die die Orcas als ihr Volk, als Verwandte betrachten.

„Orcas sind hochintelligente, charismatische und faszinierende Kreaturen, die bis zu 100 Jahre alt werden können. Was die meisten Menschen nicht wissen, ist, dass sie ihre eigene Kultur haben. Jede Orca-Population hat ihre eigene Sprache, ihre eigenen Gesänge und ihr eigenes komplexes Sozialgefüge.

Norwegen hat seine Eisbären und Rentiere, Australien hat seine Kängurus und Koalas, und wir hier [in Kanada] haben die Orcas.“

Die Hurtigruten Foundation – Wir möchten etwas bewirken

Mit dem Fördergeld, das an Oceans Initiative vergeben wurde, konnte dieses so wichtige Schutzprogramm unterstützt werden, das seither ununterbrochen fortgeführt wird. Es ist eines von 41 verschiedenen Projekten in elf Ländern, die die Hurtigruten Foundation seit 2016 unterstützt hat.

In dieser Zeit wurden Fördergelder von fast einer halben Million US-Dollar an Projekte vergeben, die mit dem Hauptanliegen der Stiftung in Einklang stehen: der Schutz bedrohter Tierarten, der Kampf gegen Plastikmüll und Meeresverschmutzung sowie die Unterstützung von globalen und lokalen Projekten in den Regionen, die Hurtigruten Expeditions bereist.

„Wir befinden uns in der glücklichen Lage, unsere Gäste an einige der unglaublichsten Orte der Welt bringen zu können“, so Henrik Lund, Geschäftsführer der Hurtigruten Foundation.

„Und obwohl wir in einige der entlegensten Regionen der Erde fahren, können unsere Gäste und wir dort mit eigenen Augen die drastischen Veränderungen sehen. Wir sehen den Müll auf den abgelegenen Stränden von Spitzbergen, in Grönland und in der Nordwest-Passage. Wir sehen, wie sich der Klimawandel auf unsere Welt auswirkt und welche Auswirkungen unser Verhalten auf unseren Planeten hat."

„Die Stiftung widmet sich den Entdeckern von morgen. Wie können wir dafür sorgen, dass die Kinder und Enkelkinder unserer Gäste die gleichen Erfahrungen machen können wie sie selbst?“

Seit Beginn des Programms ist die Anzahl der Tiere gleich geblieben, aber zurzeit sind drei Orcas trächtig, was ein gutes Zeichen für die Zukunft ist.

„Wir sind unglaublich beeindruckt von der Arbeit, die die Oceans Initiative geleistet hat“, sagt Lund. „Sie ist ein Schlüsselelement für den Erhalt des marinen Lebensraums. Uns ist es ein echtes Anliegen, sie bei diesem Vorhaben zu unterstützen. “

„Es gibt in der Tourismusbranche eine alte Redensart: Hinterlasse nur Fußspuren, nimm nur Erinnerungen mit. Aber die Realität ist, dass das allein nicht mehr ausreicht. Wir müssen die Orte in einem besseren Zustand verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

Wo kann ich mehr erfahren?

Die Hurtigruten Foundation ist davon überzeugt, dass Veränderungen nur gemeinsam erreicht werden können, und nach sechs Jahren der Finanzierung wichtiger Projekte freuen wir uns über die Ergebnisse und sichtbaren Veränderungen, die die von uns unterstützten Organisationen bewirken konnten. Möchten Sie eine Förderung beantragen? Nähere Informationen über die Stiftung finden Sie hier.

Über Oceans Initiative

Oceans Initiative ist ein Team von Wissenschaftlern, die alle die Mission haben, Meereslebewesen im pazifischen Nordwesten und darüber hinaus zu schützen und ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterzugeben, um Naturschutzmaßnahmen zu unterstützen. Lesen Sie hier mehr über die Organisation.