Buckelwal

Passagiere unserer Expeditions-Seereisen leisten einen Beitrag zur Erforschung der Buckelwale in der Antarktis

An Bord des hochmodernen Hurtigruten-Schiffs MS Fram laden Forscher der Universidad de los Andes die Passagiere zur aktiven Teilnahme an wissenschaftlichen Beobachtungen ein, die unser Wissen über diese scheuen Wale vertiefen.

Buckelwale legen auf ihrer Wanderung bis zu 8.000 Kilometer in jede Richtung zurück und haben damit eine der längsten saisonalen Wanderungen aller Säugetiere. Einige suchen die tropischen Gewässer vor der Pazifikküste Kolumbiens auf, um dort zu überwintern und sich zu paaren, bevor sie zu ihren Nahrungsgebieten vor der antarktischen Halbinsel weiterziehen, um Krill zu fressen. Doch obwohl wir ihre Wanderungen über diese riesigen Entfernungen verfolgen können, ist unser Wissen über das Verhalten und die Populationsstruktur der Wale in der Antarktis begrenzt.

Und während Wissenschaftler versuchen, mehr über diese wundervollen Meeresriesen zu erfahren, verändert der Klimawandel die Meeresumgebung rund um die Westantarktische Halbinsel nachhaltig. Dadurch könnten sich die Verteilung und die Menge des Krills, der Hauptnahrung der Wale, verändern, was sich auf ihre Futtersuchstrategien und sogar ihre Wanderungsmuster auswirken könnte. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, wenn man ihr Verhalten verstehen möchte, bevor es sich für immer verändert.

Passagiere von Hurtigruten helfen dabei, Wale zu identifizieren

Um mehr herausfinden zu können, brauchten Wissenschaftler der kolumbianischen Universidad de los Andes eine Möglichkeit, sich diesen mächtigen Säugetieren zu nähern. An Bord eines Expeditionsschiffes von Hurtigruten Expeditions konnten sie zu den antarktischen Futterplätzen reisen und dort längere Zeit bleiben. Außerdem konnten sie die interessierten und aufmerksamen Passagiere dazu inspirieren, Ausschau nach Walen zu halten und ihre Beobachtungen zu dokumentieren.

Neben der visuellen Beobachtung und Fotoidentifizierung verwenden die Wissenschaftler ein spezielles ferngesteuertes Biopsie-Gewehr, das einen flachen Pfeil in die Haut von Buckelwalen und anderen Walen wie Delfinen schießt. Diese harmlosen Pfeile entnehmen winzige Hautproben, bevor sie abfallen und an die Oberfläche schwimmen, wo sie von den Forschern wieder eingesammelt werden. Durch die Erstellung von DNA-Profilen der einzelnen Tiere können sich die Wissenschaftler ein besseres Bild davon machen, mit welchen anderen Tieren sie verwandt sind und wo sie sich sonst noch aufhalten.

Der perfekte Partner für Hurtigruten

Wissenschaftler verwenden zur Verfolgung von Meeressäugetieren zusätzlich auch eDNA-Proben. Die Abkürzung steht für Umwelt-DNA (environmental DNA). Bei eDNA werden Wasserproben dort entnommen, wo sich die Wale vor Kurzem aufgehalten haben, um mikroskopisch kleine Spuren ihrer Körper, wie z. B. Hautzellen, zu erfassen. Dies ist eine ideale Aktivität für Gäste von Hurtigruten, die dadurch einen aktiven Beitrag leisten können, während sie von einem kleinen Boot aus Wale beobachten. Später können die Wissenschaftler dann im Science Center an Bord von MS Fram die Proben untersuchen, um DNA von Walen und anderen Lebewesen zu erhalten und ihre Forschungsergebnisse weiterzugeben – eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten.

Mit unterschiedlichen Techniken können Passagiere und Wissenschaftler gleichermaßen nützliche Beiträge leisten. Die Passagiere erfahren auch aus erster Hand, wie man aus den Hautbiopsien, bei deren Entnahme sie geholfen hatten, DNA extrahiert, so wie es Wissenschaftler im Labor tun. Und diese DNA-Fragmente werden dann tatsächlich für die nachfolgenden Analyseschritte verwendet. Falls das Wetter es nicht zulässt, Beobachtungen in kleinen Booten durchzuführen und Wasserproben zu nehmen, können die Beobachter vom Deck des Schiffes aus Daten über die Verbreitung der Wale zusammentragen, Fotos identifizieren und Umweltdaten erfassen.

Die Hurtigruten Foundation hat die Arbeit der Wissenschaftler unterstützt und ihnen Kabinen sowie sämtliche Annehmlichkeiten an Bord von MS Fram zur Verfügung gestellt. Zusätzlich stand den Forschern die Crew auf zwei Expeditions-Seereisen hilfreich zur Seite, und es wurden zusätzlich 75.000 NOK (etwa 7.550 EUR) für den Kauf der erforderlichen Geräte und Materialien bereitgestellt.

Wertvolle Erkenntnisse

Die Forscher vergleichen Fotos und DNA-Profile einzelner Buckelwale, die in der Antarktis aufgenommen und erstellt wurden, mit Aufnahmen aus den tropischen Nahrungsgebieten und erfahren so mehr über das Verhalten dieser majestätischen Meeressäuger und die Komplexität ihrer Beziehungen.

Sie haben bereits gezeigt, dass die vor der Westantarktischen Halbinsel vorgefundenen Buckelwale genetisch sehr vielfältig sind, und erweitern nun ihr Wissen über die genaue Populationsstruktur und genetische Vielfalt. Im Rahmen dieser Forschungen sollen über das nächste Jahrzehnt hinweg sowohl Proben von Buckelwalen vor der Westantarktischen Halbinsel als auch in ihren tropischen Nahrungsgebieten genommen werden, um eventuelle Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel, den ozeanografischen Bedingungen und den Wanderungen der Wale zu erkennen.

Wo kann ich mehr erfahren?

Bei Happywhale erfahren Sie mehr darüber, wie wissenschaftliche Laien dabei helfen können, Wale aufzuspüren.

Nähere Informationen zu Hurtigruten Expeditions-Seereisen in die Antarktis finden Sie hier.

Welche Erfahrungen die Wissenschaftler machen, können Sie in ihrem Blog nachlesen.